In unserer Kanzlei werden künftig regelmäßig Konzerte stattfinden. Solange wegen Corona „Veranstaltungen zu Unterhaltungszwecken“ (so nennt die Eindämmungsverordnung den Kulturbetrieb) nicht zulässig sind, werden die Konzerte stattfinden, aber ohne Publikum auf Video festgehalten und anschließend im Netz veröffentlicht (hier und bei Facebook, Youtube und Instagram).

Transport und Aufbau eines Konzertflügels

Der Flügel wurde am 17. Januar 2021 angeliefert. Sein Transport in 60 m Höhe war ein begeisterndes Erlebnis. Der Flügel wurde auf der rückwärtigen Terrasse des sechsten Stockes am Holstenwall 7 abgesetzt. Dieser Stock gehört zu unserem Büro. Er ist so eingerichtet, dass dort an zwei Schreibtischen gearbeitet wird, gelegentlich aber auch halb-öffentliche Konzerte stattfinden können.

Tausend Dank dem professionellen Team der Spedition Ciecior sowie dem faszinierenden Trupp von Griebel & Mahnke, die den Flügel über das Dach gehoben und mit drei Kranführern punktgenau vor dem Eingang der Terrasse absetzten. Großen Dank auch an die Klangmanufaktur, die uns diesen Flügel vermietet hat und Glückwunsch an unseren Kameramann Jan-Malte Enning, der dieses schöne Video produziert hat.

Seungyeon Lee – Schubert Impromptu in Ges-Dur Op. 90 No. 3 (D 899)

Hier die koreanische Konzertpianistin Seungyeon Lee mit dem Impromptu Opus 90 Nr. 3 in Ges-Dur.

Das ist Musik, die uns anweht wie ein sachter Wind aus himmlischen Sphären. Franz Schubert hat diese ätherischen Töne als erster vernommen und in Noten gefasst. Das war 1827, wenige Monate vor seinem frühen Tode.

Seungyeon Lee – Franz Liszt – Mazeppa (Etude d’Execution Transcendante n. 4)

Nachdem die koreanische Konzertpianistin Seungyeon Lee in unserem letzten veröffentlichten Video das Impromptu Nr. 3 Opus 90) von Franz Schubert gespielt hat, dessen Melodie von einem sachten Wind aus himmlischen Sphären getragen wird, hört und findet sich der Zuhörer bei diesem Stück in einem regelrechten Sturm, durchsetzt von peitschenden Böen. Es ist die vierte der transzendentalen Etüden von Franz Liszt. Diese Etüden konnte zu Lebzeiten nur Franz Liszt selbst spielen. Die Etüde ist dem französischen Schriftsteller (und Freund des Komponisten) Victor Hugo gewidmet, dessen Verserzählung „Mazeppa“ Liszt in Klaviertöne verwandelte. Mazeppa war ein junger Adliger am Hof des Königs in Warschau, der mit der Königin ein Verhältnis begann. Der König lässt ihn zur Strafe auf ein Pferd fesseln, das auf die Steppe hinausgejagt wird. Der Galopp des Pferdes ist in vielen Terzen zu vernehmen. Ganz am Schluss werden die Töne plötzlich sehr leise. Das Pferd stirbt. Mazeppa jedoch wird durch Kosaken gerettet. Die triumphierende Coda am Schluss markiert seine Rettung. Er wird später König der Ukraine.

Seungyeon Lee – Frédéric Chopin – Nocturne No. 20 in C-Sharp Minor, Op. posth.

Seungyeon Lee spielt hier das Nocturne Nr. 20 in cis-Moll von Frédéric Chopin. Die Aufnahme entstand Mitte Februar, noch vor unserem Konzert am 20. Februar 2021, bei dem die koreanischen Pianisten Seungyeon Lee und Jongdo An gemeinsam verschiedene Stücke von Glinka und Rachmaninoff (Seungyeon Lee) und Mozart (Jongdo An) dargeboten haben.

Das Nocturne Nr. 20 ist von Chopin selbst nie so bezeichnet worden. Die Noten wurden aus dem Nachlass erst 21 Jahre nach seinem Tod veröffentlicht. Es gehörte und gehört zum Repertoire vieler Pianisten.

Für einen hatte es eine besondere Bedeutung: für den polnischen Pianisten Wladyslaw Szpilman. Er spielte es neben anderen Chopin-Stücken in einer Life-Übertragung des Warschauer Rundfunks am 23. September 1939, als plötzlich die Übertragung wegen eines Stromausfalls unterbrochen wurde. Das Warschauer Elektrizitätswerk war durch die deutsche Luftwaffe beschossen worden. Fünf Jahre später, am 17. November 1944, spielt er dieses Nocturne erneut. Ein deutscher Offizier, Wilm Hosenfeld, hat ihn – halbverhungert – in einem nahezu ausgebrannten Haus entdeckt. Szpilman rechnet damit, sofort erschossen zu werden. Es entspinmt sich jedoch folgender Dialog: „Was machen Sie da? Verstehen Sie mich?“ „Ja.“ „Arbeiten Sie etwa hier? Wer sind Sie?“ „Ich bin, … ich war Pianist.“

Er wird von Hosenfeld gebeten, auf einem Klavier zu spielen, welches in dem Haus, das Szpilman nach seiner Flucht aus dem Getto als Versteck dient, noch unversehrt steht. Er spielt Chopins Nocturne Nr. 20. Hosenfeld lässt ihn danach völlig unbehelligt zurück. Er versorgt ihn in den folgenden Wochen, bis zum Rückzug der deutschen Truppen aus Warschau, heimlich mit Brot und anderen Lebensmitteln.

Lange Zeit dachte Szpilman, das Nocturne Nr. 20 habe ihn vor dem sicheren Tode bewahrt. Tatsächlich hatte Hosenfeld nicht nur ihm das Leben gerettet, sondern wenigstens weiteren 30 polnischen Bürgern, überwiegend jüdischen Glaubens. Auf Betreiben Szpilmans und seines Sohnes wurde Wilm Hosenfeld im Jahre 2008 durch die Gedenkstätte Yad Vashem in Israel posthum als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt.

Seine und Szpilmans Geschichte wird ergreifend in Polanskis Film „Der Pianist“ geschildert. In dem Film allerdings spielt Szpilman bei der ersten Begegnung mit Hosenfeld Chopins Ballade Nr. 1 in g-Moll. Tatsächlich war es dessen Nocturne Nr. 20 in cis-Moll. Im Netz findet sich auch die ursprünglich gedrehte Szene mit dem Nocturne Nr. 20.

Konzert am 20. Februar 2021

Ansprache

Unser erstes Konzert während des Lockdowns! Der Tristesse der Corona-Zeit wollen wir den Trost der Töne entgegensetzen. Die Aufnahmen entstanden am 20. Februar 2021, einem Samstag. Publikum hatten wir nicht dabei, nur jeweils die beiden Künstler Seungyeon Lee und Jongdo An sowie das Team von Jeeyun Jang und Hendrik Schacht, die für die Kamera und Tontechnik verantwortlich waren. Alle vier haben sich großartig eingebracht, wofür wir ihnen ganz herzlich danken! Hier zunächst eine kleine Ansprache von mir (Gerhard Strate). Den Mittelteil mit Erläuterungen zu den einzelnen Stücken haben wir herausgeschnitten. Das uns im Februar fehlende Publikum wird ab heute zahlreich mit dabei sein.

Seungyeon Lee – Sergei Rachmaninoff – Moment Musicaux Nr. 4 in e-Moll (op. 16)

Das Moment Musicaux Nr.4 in e-Moll (op. 16) von Sergei Rachmaninoff ist überschrieben mit „Presto“. Rachmaninoff komponierte es 1896, also im Alter von 23 Jahren. Ohne Unterbrechungen rasen die Läufe dahin. Dazu bildet sich allmählich ein fanfarenartiges Motiv heraus, das die jubelnde Grundstimmung wirkungsvoll unterstützt. Seungyeon Lee präsentiert dieses Stück in glanzvoller Virtuosität.

Seungyeon Lee – Michail Glinka arr. Mili Balakirew – Die Lerche

Michail Glinka gilt als der Vater der weltlichen russischen Musik. 1840 komponierte er einen zwölfteiligen Romanzenzyklus, dessen Nr. 10 mit „die Lerche“ betitelt war. 1864 machte sein Schüler Mili Balakirew daraus eine Fassung für das Klavier in b-Moll. Die glanzvolle Darbietung durch Seungyeon Lee ist ein erster Höhepunkt unseres Konzerts.

Jongdo An – Wolfgang Amadeus Mozart – Sonate No. 17 in B-Dur KV 570

In einem Brief seines Vaters Leopold erhielt Wolfgang Amadeus Mozart den Rat, „im Kleinen das Große hörbar“ zu machen. Die Klaviersonate Nr. 17 in B-Dur (KV 570), ein Spätwerk, steht für dieses Motto. Die Melodien sind in allen drei Sätzen einfach und unspektakulär, offenbaren in ihrer kunstvollen Abgeklärtheit den Genius des Komponisten.

Wie freuen uns, dass wir für dieses Konzert auch den koreanischen Pianisten Jongdo An, der schon weltweit in vielen Konzertsälen aufgetreten ist, gewinnen konnten. Seine Spielweise steht in völliger Konkordanz mit dem Komponisten.

Jongdo An – Wolfgang Amadeus Mozart – Fantasie d-Moll KV 397

Die Fantasie in d-Moll (KV 397) gilt als eines der bedeutendsten Klavierwerke Mozarts. Der strenge Formenkünstler Mozart gibt sich hier viele Freiheiten. Die seelenvolle Interpretation der von Sehnsucht durchtränkten Melodien ist eine Meisterleistung des Jongdo An.

Konzert am 24. April 2021

Seungyeon Lee – Sergei Rachmaninow – Corelli-Variationen in d-moll (op. 42)

Hier spielt Seungyeon Lee die „Variationen über ein Thema von Corelli“ (op. 42) von Sergei Rachmaninow in d-moll. Die Variationen hat Rachmaninow seinem Freund Fritz Kreisler gewidmet. Sie wurden komponiert 1931 und 1932 veröffentlicht. Kreisler hatte ihn auf dieses Thema aufmerksam gemacht. Allerdings: Auch Arcangelo Corelli hatte es schon aus anderer Hand. Es ist die schlichte Melodie eines alten Tanzes aus dem ausgehenden Mittelalter. Schon in Johann Sebastian Bachs Bauernkantate kommt sie vor.

Sieht man von dem Zwischenspiel ab, bilden die einzelnen Variationen ein formal zusammenhängendes, geschlossenes Werk, weshalb Seungyeon Lee die einzelnen Variationen, ohne sie durch kurze Pausen voneinander abzugrenzen, durchspielt. Die kompositorischen Einzelheiten gehören nicht zu meinem Fach. Wohl aber: die Gegenüberstellung von 3/4- und 2/4-Takt in der fünften und der sechsten Variation sind Spielereien des Komponisten, nicht etwa Fehler der Pianistin.

Seungyeon Lee hatte die Corelli-Variationen bei dem halb-öffentlichen Konzert in unserem sechsten Stock im September des letzten Jahres schon einmal gespielt. Damals noch auf dem Klavier und dokumentiert mit einer Handy-Aufnahme. Das prachtvolle Spiel Seungyeon Lees auf dem Flügel bringt die Kunst Rachmaninows und die Kunstfertigkeit der Pianistin zu voller Geltung. Aus diesem Grunde haben wir auch auf jeden Schnitt verzichtet und uns mit einer Kameraeinstellung begnügt (obwohl wir drei Kameras aufgestellt hatten). Wir danken Jan-Malte Enning für die wunderbare Aufnahme, die am 24. April 2021 erfolgte.

Konzert am 15. Mai 2021

Lisa Wulff Quartett – Session 1

Lisa Wulff Quartett – Session 2

Am 15. Mai 2021 haben wir bei uns zum zweiten Mal – das erste fand im November 2019 statt – ein Jazzkonzert gegeben. Das Lisa Wulff Quartett spielt contemporary Jazz in klassischer Quartett-Besetzung. Die Bassistin und Bandleaderin Lisa Wulff spielt zusammen mit dem Saxophonisten Adrian Hanack, dem Schlagzeuger Heinz Lichius und dem Jazzpianisten Frank Chastenier. Das Konzert besteht aus zwei Sessions von ca. 25 Minuten. Das Zusammenspiel aller vier ist fabulös. Ich will das Konzert nicht kommentieren. Wir sind aber sehr glücklich, dass Lisa Wulff und ihre Musikerkollegen hier bei uns waren. Jazz im Hellen, nicht in der Nacht, trotzdem glanzvoll! Das war unser letztes Konzert in der strikten Corona-Zeit, ohne Publikum, allein begleitet von vier Kameras und guter Tontechnik. Wir danken erneut Jan-Malte Enning für diese Aufnahme.

Im Übrigen: Wir – unsere Anwaltskanzlei – waren die einzigen, die in den letzten fünf Monaten immerhin vier Konzerte gegeben haben, mit klassischer und mit Jazz-Musik. Unmittelbares Publikum war nicht dabei. Wohl aber wurden die professionell gefertigten Aufnahmen sehr schnell ins Netz gestellt, so dass die Künstler vor Hunderten von Zuhörern und Zuschauern spielen und sich präsentieren konnten. Wir haben hierfür sehr viele begeisterte Reaktionen erhalten. Dafür danken wir! Fast umweht mich ein sachter Hauch des Bedauerns, dass dieses Alleinstellungsmerkmal jetzt wieder verloren geht. Das ist aber nur ein kleiner Moment des Irrwitzes. Wenn mein Freund Pascal Funke und andere Veranstalter jetzt wieder an den Start gehen, ist es für den Kulturbetrieb und die Kulturschaffenden ein Segen! Weiterhin gilt unser Motto: der Tristesse der Corona-Zeit den Trost der Töne entgegensetzen!

Konzert am 19. Juni 2021

Seungyeon Lee – Franz Liszt – Consolation No. 3 in D Flat Major, S. 172

Trost heißt im Französischen „Consolation“. Das ist der Titel des kleinen Musikstücks von Franz Liszt (Consolation Nr. 3 in Des-Dur – S. 172 – veröffentlicht 1850), welches die koreanische Konzertpianistin Seungyeon Lee mit feinem Gefühl für die Schattierung eines jeden Tones darbietet. Der trostvolle Zauber dieses Stückes teilt sich dem Hörer ungebrochen mit. Wir danken Seungyeon Lee für ihr großartiges Spiel, aber auch Jan-Malte Enning, dessen Aufnahme- und Tontechnik wieder einmal perfekt ist. Die gelegentlich zu hörenden Vogelstimmen verdanken wir der absichtsvoll geöffneten Terrassentür.

Konzert am 26. Juni 2021

Maria Baptist

„Ohne Kunst ist das Leben bedeutungslos, Musik nährt unsere Seelen und hilft uns, in Resonanz mit dem Universum zu treten.“ So die Jazzpianistin Maria Baptist über die Sinnstiftung ihres Schaffens. Wer sie einmal gehört hat, bleibt dauerhaft ihr Fan. Die Kraft ihrer Klänge und die perlende Leichtigkeit ihrer Töne, durchdrungen und getragen von höchster Musikalität, beschwingen jedes Gemüt.

Wir sind sehr glücklich, dass diese großartige Künstlerin, nachdem sie schon am Vortage in der Halle 424 ein Konzert gegeben hat, am 26. Juni 2021 auch in unserem Büro aufgetreten ist. Ihr Spiel war grandios. Wir mussten aufpassen, dass die in ihrer Nähe stehenden chinesischen Tonfiguren nicht noch zum Leben erweckt werden. Hier in Reihenfolge die (alle selbst komponierten) Stücke, die sie gespielt hat:

Resonance
Stillness Speaks/Running
Cloud 9/Longing
Urban Meditation/Raising the Frequencies
Goodbye

(Der Schrägstrich steht bei den Stücken, bei denen Maria von einem nahtlos in das andere übergegangen ist.)

Das Solo-Piano ist nur eine Spielart von Maria Baptists Kunstfertigkeit. Sie ist zugleich auch Leader der Big Band „Maria Baptist Orchestra“, die regelmäßig einmal im Monat mit ihren Kompositionen in der Kunstfabrik Schlot in Berlin und an anderen Orten auftritt (das nächste Konzert ist am 20. und 21. August 2021). Auch spielt sie wiederholt im Duo mit dem Saxophonisten Jan von Klewitz.

Konzert am 29. Juli 2021

Seungyeon Lee – Wagner-Liszt – Isoldes Liebestod

Hier spielt die koreanische Konzertpianistin Seungyeon Lee die Bearbeitung für Klavier durch Franz Liszt von Isoldens Liebestod aus „Tristan und Isolde“ (Richard Wagner). Ihr Spiel ist – wie immer – gleichermaßen zartfühlend wie kraftvoll. Die Aufnahme erfolgte am 29. Juli 2021. Da das Licht der untergehenden Sonne zur Atmosphäre der Musik passte, hatten wir den Flügel an die Gaubenfenster auf der Westseite des Raumes gerückt. Was im Hintergrund gelegentlich rechtsseitig ins Bild rückt, sind keine bayerischen Schlösser, sondern das Ziviljustizgebäude und das Hanseatische Oberlandesgericht mit seiner Kuppel. Wir danken erneut Seungyeon Lee für die Lebensfreude, die ihre Darbietung – trotz des gegenteiligen Titels – vermittelt! Ein gleicher Dank gilt Jan-Malte Enning für die perfekte Aufnahme.

Konzert am 20. August 2021

Mario Barrios – Live at Halle 424 (Part 1)

Mario Barrios – Live at Halle 424 (Part 2)

Dass das wunderbare Stück „Danza del Rio“ von Mario Barrios gut ankommt, hatten wir erwartet. Die Melodie des seine Variationen bestimmenden Leitmotivs klingt nicht nur im Ohr, sondern auch in der Seele des Hörers noch lange fort.  Angesichts des großen Anklangs, den diese Aufnahme gefunden hat – das Video wurde innerhalb von zwei Tagen 29 mal geteilt, vor allem auch aus Südamerika –, stellen wir jetzt das gesamte Konzert vom 20. August 2021 in der Halle 424 ins Netz.

Mario Barrios – Danza del Rio

Es ist großartig, dass die Welt der Töne noch immer wieder Platz lässt für neue Melodien, die einen nicht loslassen, sobald sie aufgespielt werden. Mir geht es so mit dem einen Motiv, das der chilenische Jazzpianist Mario Barrios seinen achtminütigen Variationen „Danza del Rio“ zugrunde gelegt hat. Diese fantastische Musik erzeugt innere Schwingungen, die lange andauern.

Mario Barrios hatte eine längere Anreise aus Chile hinter sich, um am Freitag, dem 20. August 2021, in dem kulturellen Kleinod dieser Stadt, der Halle 424 in der Stockmeyerstraße, sein erstes Konzert in Europa zu geben. Es wird nicht sein letztes sein. Und auch nicht nur hier.

In einer schon seit Beginn dieses Jahres bestehenden Kooperation mit den Verantwortlichen der Halle 424, Jürgen Carstensen und Ela Krause, hatte ich es gerne übernommen, von dem Konzert ein schönes Video drehen zu lassen (unter Verantwortung unseres bewährten Kameramanns Jan-Malte Enning), das sowohl der Halle 424, vor allem aber auch dem Künstler, zur Verwertung überlassen wird. Bei uns wird es auf der Homepage unserer Kanzlei und in den sozialen Medien veröffentlicht.

Konzert am 26. September 2021

Seungyeon Lee – Hotel Tortue Hamburg

Seungyeon Lee – Liszt – Ungarische Rhapsodie Nr. 2 Cis-Moll

Hier nun die Aufnahmen des von der koreanischen Konzertpianistin Seungyeon Lee am 26. September 2021 im Innenhof des Tortue-Hotels veranstalteten Konzerts. In dem Konzert spielt Seungyeon Lee folgende Stücke:
 
Franz Liszt (1811-1886) – Consolation Nr. 3 Des Dur S. 172
Franz Liszt – Liebestraum Nr. 3 As-Dur S. 541
Richard Wagner/Franz Liszt – Isoldes Liebestod
Frédéric Chopin – Nocturne Nr. 20 Cis-Moll Op. Posth
Giacomo Puccini/ arr. Philip Sharp – Nessun Dorma
Franz Liszt – Ungarische Rhapsodie Nr. 2 Cis Moll
In der ersten Zugabe spielt sie von Sergej Rachmaninow Moments Musicaux Op. 16 Nr. 4.
 
Für diejenigen Musikliebhaber, die im Moment nicht die Zeit haben, sich das 40-minütige Konzert anzuhören, stellen wir separat als Einzelstück die Ungarische Rhapsodie Nr. 2 Cis-Moll ins Netz. Das Stück beginnt mit einem langsamen Teil, der in einen stürmischen zweiten Teil ausmündet; dieser verlangt von dem Pianisten artistische Virtuosität, die Seungyeon Lee meisterhaft präsentiert. Dieser zweite Teil, von Liszt 1847 komponiert, wird von vielen als Apotheose der ungarischen Freiheitsbewegung, die 1848 ihren Höhepunkt fand, interpretiert.
 
Wir danken den Direktoren des Hotels Tortue Hamburg, Marc Ciunis und Carsten von der Heide, sowie der Eventmanagerin Lisa Zahn für die großartige Kooperation. Unserem Kameramann und Tontechniker Jan-Malte Enning danken wir für die exzellente Aufnahme und den perfekten Schnitt.

Konzert am 15. Oktober 2021

Olivia Trummer (Part 1)

Olivia Trummer (Part 2)

Olivia Trummer was here!

Olivia Trummer ist eine begnadete Pianistin. Sie ist in der Klassik ebenso zu Hause wie im Jazz. Ersteres bewies sie am 16. Dezember 2019, als sie mit dem Beethovenorchester Bonn das erste Konzert des beginnenden Beethovenjahres bestritt. Gespielt wurde Beethovens Choralphantasie op. 90 für Klavier, Orchester und Chor. Die imposante Choralphantasie kommt selten in die Konzertsäle, weil Beethoven bei deren Uraufführung 1808 die achtminütige Einleitung durch das Klavier selbst improvisiert und später die Noten für diesen Part der Phantasie nie zu Papier gebracht hatte. Olivia spielte in Bonn eine von ihr komponierte Einleitung, die sich an den Harmonien und Melodien der Choralphantasie orientierte. Für ihr grandioses Spiel dankten die 2000 Zuhörer am Ende des Eröffnungskonzerts stehend mit 18 Minuten Beifall.

Das Beethovenjahr dauerte infolge der Pandemie nur bis März 2020. Sie brachte für alle darstellenden Künstler fünfzehn Monate einer schwer zu ertragenden Klausur. Seit Juni dieses Jahres gibt es wieder Konzerte, auch für Olivia Trummer, wenn auch zunächst alles noch im kleineren Rahmen. Bei uns im sechsten Stock war sie nun am 15. Oktober 2021. Es war für alle Zuhörer ein bewegendes Erlebnis. Sie spielte und sang berührend schön. Aber nicht nur das: Sie sprach ergreifend über das „Jahr von Verzweiflung und Einsamkeit“, das hinter ihr und uns lag, welches uns alle zu „einsamen Hirten“ gemacht habe. Verglichen mit dem stillstehenden Sumpf des vergangenen Jahres war ihr Gesang und Spiel ein warmer Wind über glasklarem Wasser. Der extra zu dem Konzert aus München angereiste Jazzkritiker Ralf Dombrowski fasste seine Eindrücke zusammen:

„Olivia Trummer assoziierte sich musikalisch die Kanäle von Venedig entlang und am Nachthimmel über Hamburg erglühten Feuerwerksblumen, zufällig, aber wie bestellt und im Hintergrund durch die Kanzleifenster sichtbar. Es passte zu einer Musik, die leuchtete. Denn die in Berlin und Mailand lebende Pianistin führte improvisierend ihre Welten zusammen, die klassischen Wurzeln von Bach bis Mozart und Beethoven, die modernen von Burt Bacharach bis zu eigenen Stücken, die sich viel in rhythmisch verschlungenen, brasilianisch beeinflussten Gefilden bewegten. Dazu ihre Stimme, kraftvoll, persönlich, gerne in Kommunikation mit dem Klavier Melodien weiterführend, Stimmungen kommentierend. Am Schluss, wieder Zufall, aber pünktlich zur Zugabe, noch einmal Feuerwerk in der Ferne. Und viel Applaus von einem Publikum, das bezaubert worden war.“

Wir danken unserem Kameramann Jan-Malte Enning für die großartige Aufnahme und den Schnitt. Für die perfekte Tontechnik danken wir Thilo Rahn.

Konzert am 3. Dezember 2021

Maria Baptist

Am 3. Dezember 2021 war Maria Baptist wieder bei uns. Sie wird von Musikkritikern gerne als die „Queen des Jazz“, jedenfalls in Deutschland, gefeiert. Das ist sie auch, und zwar nicht nur auf dem Solopiano, sondern auch im Duett (meist mit dem Saxophonisten Jan von Klewitz), im Trio, im Quartett und auch mit ihrer Big Band, dem Maria-Baptist-Orchestra, für das sie komponiert und in dem sie – am Flügel spielend sowie dirigierend – den Ton angibt (regelmäßig einmal im Monat im Café Schlot in Berlin zu hören).

Maria ist aber nicht nur eine „Queen des Jazz“. Sie ist vor allem eine Musikerin, deren Kunst ganz mächtig auf das Innerste ihrer Zuhörer wirkt, dort ganz und tief verstanden wird. Der Klang ihrer Melodien und die Kraft ihres gelegentlich vibrierenden Rhythmus öffnet Seelen.

Unsere Aufnahme beschränkt sich dieses Mal auf 15 Minuten. Das ganze Konzert dauerte eine knappe Stunde. Von den 40 Zuhörern hätten alle ihr noch wenigstens weitere zwei Stunden zuhören wollen. Der Beifall war von sich überschlagender Heftigkeit! Danke Maria!

Die von ihr gespielten Stücke – ineinander übergehend – sind:

Song of the Soul
Early Sunday Morning
Falling Night.

Konzert am 27. Januar 2022

Seungyeon Lee – Karol Szymanowski

Hier zunächst ein Ausschnitt aus dem fabulösen Konzert, das die koreanische Konzertpianistin Seungyeon Lee am 27. Januar 2022 im sechsten Stock unseres Büros gegeben hat. Es sind die zwölf Variationen auf ein Thema von Karol Szymanowski (1882-1937) in b-moll, komponiert zwischen 1901-1903 und später gewidmet seinem Freund Artur Rubinstein. Szymanowski ist ein bedeutender polnischer Komponist der spätimpressionistischen Stilrichtung.

Seungyeon Lee spielt die zwölf Variationen ohne deutliche Pause ineinander übergehend. Unter den Variationen findet sich auch eine Mazurka und ein Walzer. Die letzte Variation ist überschrieben „Allegro con fuoco“ – Schnell mit Feuer. Seungyeon kann das!

Seungyeon Lee – Gesamtaufnahme des Konzerts

Hier die Gesamtaufnahme des Konzerts, das die koreanische Konzertpianistin Seungyeon Lee bei uns am 27. Januar 2022 gegeben hat. Sie spielte im Hauptprogramm:

Franz Schubert
Impromptu op.142 Nr.2 in As Dur
Impromptu op.142 Nr.1 in F minor

Beethoven/Liszt
Symphony Nr.7 in A Dur, 2. Satz Allegretto

Antonin Dvorak
Humoresque op.101 Nr.7 in Ges Dur

Karol Szymanowski (1882 – 1937)
Variations B-flat minor Op.3

Das Impromptu op 142 Nr. 2 und das Impromptu op 142 Nr. 1 brauchen keine Kommentierung. Schubert war bei seinen Kompositionen stets vom Himmel geküsst. Hervorheben möchte ich das Allegretto aus der 7. Symphonie Beethovens in der Klavierbearbeitung durch Franz Liszt. Es lebt von seinem rhythmischen Motiv (Lang-Kurz-Kurz-Lang-Lang), welches das ganze Stück durchzieht und ihm – ähnlich einem Bolero – eine immense Kraft und Dynamik verleiht. Seungyeon spielt es (ähnlich wie Karajan in der Orchesterversion) relativ schnell, was erforderlich ist, um den Eindruck eines Trauermarschs zu vermeiden. Die kleine Humoresque Nr. 7 von Antonin Dvorak wurde 1894 komponiert. Sie wurde weltberühmt, nachdem der Violinenspieler und Komponist Fritz Kreisler sie Anfang des letzten Jahrhunderts in ein Arrangement für Violine und Klavier umgeschrieben hatte. Das Original – allein fürs Klavier – spielt Seungyeon Lee mit größtem Feingefühl.

Konzert am 11. Februar 2022

Mario Barrios – Charles Aznavour – La Bohème

Mario Barrios

Hier finden Sie die Aufnahme des großartigen Konzerts, das der chilenische Pianist und Komponist Mario Barrios am 11. Februar 2022 in unserem Büro gegeben hat. Es handelt sich überwiegend um eigene Kompositionen des Künstlers, der uns die fröhliche Schwermut Südamerikas in seiner Musik fühlen lässt. Das erste eingespielte Stück sind seine Variationen auf die Musik des Films „The Hours“. Das letzte – in der Zugabe – gespielte Stück ist seine Version des Chansons „La Bohème“ von Charles Aznavour. Das Publikum fühlte sich von Marios Musik zum Schluss regelrecht berauscht, was sich in drei Minuten stehendem Beifall ausdrückte. Danke Mario – und viele Grüße nach Santiago de Chile!

Die Ansagen auf Englisch haben wir nicht herausgeschnitten, obwohl die Tonqualität nicht so exakt ist wie für die Musik. Seine Zwischenbemerkungen – auch wenn sein Englisch nicht immer hundertprozentig ist – geben den Eindruck eines sehr authentischen Künstlers.

Video vom 04. April 2022

Rundgang durch das sechste Stockwerk

Am Sonntag, dem 3. April 2022, hatte ich ausnahmsweise sehr früh mein Büro aufgesucht. Es befindet sich im fünften Stock des Brammer-Hauses, benannt nach der Hutfabrik Brammer, deren 270 Mitarbeiter hier über sechzig Jahre – bis 1967 – auf sieben Etagen Hüte produzierten. Wir sind jetzt hier seit 2003 auf drei Etagen.
Um 6:48 Uhr war Sonnenaufgang. Gegen 07:15 Uhr legten ihre Strahlen über die Dächer der noch stillen Stadt einen weichen güldenen Firnis. Daran nahmen auch Anteil unser kleiner „Konzertsaal“ im sechsten Stock und die neun chinesischen Krieger, die ihm Schutz und Wehr geben. Das kurze Video ist unterlegt mit dem ersten Teil der „Consolation“ ( = Trost!), einem ergreifenden Stück von Franz Liszt, welches er 1850 nach der Niederschlagung des Aufstands der Ungarn gegen die Habsburger durch russische und österreichische Truppen komponiert hat. Es spielt Seungyeon Lee (in Gänze auch zu sehen und zu hören auf dieser Seite).

Konzert am 1. April 2022

Maria Baptist Orchestra (Part 1)

Hier finden Sie die erste Hälfte des Konzerts des Maria Baptist Orchestra in der Kunstfabrik Schlot in Berlin am 1. April 2022. Maria Baptist hat sich im Laufe der Jahre den inoffiziellen Titel der „Queen des Jazz“ (zumindest in Deutschland) erworben. Sie begeistert als Komponistin und als Jazzpianistin gleichermaßen. Seit dem Ende des Lockdowns tritt sie wieder einmal im Monat mit einem aus 16 Jazzmusikern bestehenden Orchester auf. Das sind alles hochklassige Individualisten, die sich aber gerne auch mit vibrierender Wucht als ein größeres Ganzes präsentieren. Der Zuhörer ist schon nach kurzer Zeit ihres gemeinsamen Spiels hin und weg!

Die von unserem Büro finanzierte Aufnahme ist eine dankbare Anerkennung für Maria Baptist, die im letzten Jahr zweimal bei unseren Bürokonzerten aufgetreten ist. Diese Bürokonzerte wurden im ersten halben Jahr 2021 auch während des Lockdowns (ohne Publikum) durchgeführt, aber mit professioneller Ton- und Kameratechnik aufgezeichnet und anschließend ins Netz gestellt. Nirgendwo sonst gab es das. Wir waren in Hamburg in der Zeit des Lockdowns die einzigen Konzertveranstalter. Maria Baptist war mit dabei. Diese unter dem Motto „Trost der Töne“ durchgeführten Konzerte haben wir auch nach dem Lockdown fortgesetzt.

Wir danken Maria Baptist für die freundschaftliche Zusammenarbeit, des weiteren John Kunkeler und Piet Kunkeler, den Betreibern der Kunstfabrik Schlot, für ihre Unterstützung. Unser nachdrückliches Lob gilt der Tontechnikerin Caroline Siegers und unserem Kameramann Jan-Malte Enning, der neun Kameras aufgestellt und mit großer professioneller Hingabe das Filmmaterial in einem kunstvollen Schnitt zusammengefügt hat. Dem faszinierenden Auftritt der einzelnen Musiker haben wir durch Einblendung ihres Namens bei den jeweiligen Soloeinlagen Reverenz erwiesen.

Maria Baptist Orchestra (Part 2)

Hier finden Sie den zweiten Teil des vom Maria-Baptist-Orchestra am 1. April 2022 gegebenen Konzerts. Jeder der sechzehn Musiker spielt auf höchstem Niveau. Ihr Zusammenwirken gibt einen druckvollen Ensembleklang. Es wäre unangemessen, einen der artistischen Musiker besonders hervorzuheben.  Es ist nur der Reflex einer persönlichen Berührtheit, wenn ich auf das eindrucksvolle Posaunen-Solo von Geoffroy de Masure (ab Minute 21:50) und das Klaviersolo von Maria Baptist (ab Minute 30:30) hinweise. Das Eintauchen ihrer letzten Klänge in den kraftvollen Sound des ganzen Orchesters (Minute 33:16) ist für mich der emotionale Höhepunkt dieses Konzerts.

Der bekannte Musikjournalist Ralf Dombrowski nannte in seinem klugen Buch „111 Gründe, Jazz zu lieben“ auch den: „Weil er die Big Band erfunden hat“. Nichts ist wahrer als das.

Konzert am 19. Mai 2022

Das Konzert, das die koreanische Konzertpianistin Seungyeon Lee am 19. Mai 2022 in dem sechsten Stock unserer Anwaltskanzlei gegeben hat, fand bei den Besuchern nachhaltigen Beifall. Da der Schnitt der Gesamtaufnahme sich noch etwas hinzieht, stellen wir zunächst vorab ins Netz zwei Einzelstücke aus dem Konzert, die vom musikalischen Gepräge unterschiedlicher nicht sein könnten, aber in überzeugender Weise belegen, wie einfühlsam Seungyeon sich in die klanglichen Intentionen der jeweiligen Komponisten hineindenkt: Beide Stücke waren Höhepunkte des Konzerts.

Seungyeon Lee –
Sergei Prokofiev – Klaviersonate Nr. 7 in B-Dur, op. 83

Diese Sonate hat hohe Aktualität. Sie wurde von Prokofiev 1942 komponiert, als die deutschen Truppen 80 km vor Moskau Stellung bezogen hatten. In dem ersten Satz zeichnet er in schrillen, zum Teil (für unser Ohr) schrägen Tönen ein Klangbild, das die Schrecken und die Düsternis des Krieges zu Ohren bringt.  In die hämmernden Töne sind aber auch leise und geschmeidige Szenen eingebettet, die stille Hoffnungen andeuten. Dieser Satz und sein Spiel durch Seungyeon Lee wurde von unserem Publikum so begeistert aufgenommen, dass – entgegen den Gepflogenheiten – bei seinem Ende Beifall aufbrauste. Im zweiten Satz ist eine volkstümliche Melodie bestimmend, die Wehmut anklingen lässt. Der dritte Satz schließlich ist durch einen furiosen 7/8-Takt bestimmt, der stellenweise fast schon wie Jazz wirkt und durch seinen Rhythmus fast ein wenig Frohsinn aufkommen lässt.

Die Jazzpianistin und -komponistin Maria Baptist, im „Nebenberuf“ auch noch Professorin an der Hanns-Eisler-Musikhochschule in Berlin, schrieb mir kurz vor Seungyeons Konzert zu der Sonate Nr. 7 und speziell dem dritten Satz:

„Lieber Gerd, ich kenne die Sonate, ein Meisterwerk und es ist super, dass Seungyeon diese bei Dir spielen wird. (…)

Der dritte Satz ist eigentlich ein Vorreiter des Rock’n’Roll, eine Toccata, ein virtuoses, auch improvisatorisches Werk mit viel Energie. Der Twist, der hier beim Hören entsteht, liegt am Taktmaß 7/8 Takt. Jazzig klingt es in der Tat, das liegt am durchgehend rhythmischen Puls, wobei mir nicht genau bekannt ist, inwieweit Prokofiev den Jazz in Amerika aufgesaugt hat. Der Groove, der beim Hören entsteht, bringt die Komposition auf jeden Fall zu einem versöhnlichen Ende.“

Seungyeon Lee –
Erik Satie – Gymnopédie Nr. 1

Die Gymnopédie Nr. 1 wurde von Seungyeon als zweite Zugabe gespielt, Die Gymnopédie Nr. 1 wurde 1888 komponiert. Sie beansprucht nur vier Minuten, in denen sich ganz langsam eine Melodie entblättert. Sie ist tief anrührend. Dieses Stück ist deshalb völlig zu Recht das populärste des großen französischen Komponisten.

Seungyeon Lee –
Gesamtaufnahme des Konzerts

Hier finden Sie die vollständige Aufnahme des von der koreanischen Konzertpianistin Seungyeon Lee am 19. Mai in dem sechsten Stock unseres Büros gegebenen Konzerts. Seungyeon hat gespielt:

Georg Friedrich Händel 

Suite in D Moll, HWV 437

Franz Schubert 

Impromptu Nr. 3 in Ges Dur Op.90, D.899

Michael Glinka/Mili Balakirev

„Die Lerche“

Sergei Rachmaninoff/Fritz Kreisler

„Liebesleid“

Sergei Prokofiev 

Piano Sonata Nr.7 in B Dur, Op.83

Als Zugabe spielte sie die „Revolutionsetüde“ von Chopin (Etüde c-moll op. 10 Nr. 12) und die Gymnopédie Nr. 1 von Erik Satie. Ohne zwischen den gespielten Stücken ein Rangverhältnis herzustellen, hatten wir durch die vorgezogene separate Veröffentlichung der Sonate von Prokofiew sowie der Gymnopédie zwei Höhepunkte des Konzerts besonders bezeichnet. Ein weiteres Glanzstück ist das Impromptu Nr. 3 in Ges Dur op. 90 von Franz Schubert (ab Minute 6:42). Die Musik von Schubert ist stets vom Himmel geküsst. Wer die Interpretation des Impromptus durch Seungyeon Lee hört, wird merken, dass sie sich dieses Meisterwerk völlig zu eigen gemacht hat. Und er wird fühlen, dass der Himmel über Korea sich nicht von dem unterscheidet, der sich über Franz Schubert wölbte, als er die Noten zu dieser wunderbaren Melodie niederschrieb. Musik verbindet die Welt.

Wir danken erneut unserem Kameramann und Tonmeister Jan-Malte-Enning für diese großartige Aufnahme.

Konzert am 24. Juni 2022

Maria Baptist und Jan von Klewitz

Die Jazzpianistin (und -komponistin) Maria Baptist und der Saxophonist Jan von Klewitz spielen mittlerweile schon seit Jahren auch im Duo. Am Freitag, dem 24. Juni 2022, gaben sie bei uns ein Konzert, das ein zum Schluss richtig mitgerissenes Publikum zeigte. Stehender Beifall! Danke Maria, danke Jan – Euer Zusammenspiel war faszinierend. Es ging unter die Haut, erfasste alle Nerven des Lebens – das war Musik, die uns die Kraft gibt, diesen widrigen Zeiten die Stirn zu bieten!

Hier die Stücke, die Maria und Jan gespielt haben:

Facing Duality /Minotaurus
Stillness Speaks/Natural Landscapes/Apartment #3
Gratitude/Longing/Midnight Rain
Turn Up the Silence (Zugabe)

Alle Stücke sind komponiert von Maria Baptist. Sie finden sich fast überwiegend auch auf der im September 2020 veröffentlichten CD „Facing Duality“.